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Open Pattern Tool for Higher Education Research and Practice - PatternPool ISSN 2628-829X

Vorreiter in Gruppendiskussionen

Um in größeren Gruppen ein ausgewogenes Verhältnis der Wortbeiträge herzustellen, werden für eine Gesprächsrunde sog. Vorreiter bestimmt. In der nächsten Runde werden dann jeweils andere Personen als Vorreiter eingeteilt. So kommt jede/r zu Wort und es wird vermieden, dass Einzelne die Diskussion bestimmen, während andere sich gar nicht beteiligen.

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Problem

In Gruppendiskussionen (bspw. im Rahmen einer Morgenrunde*) kann es schwierig sein, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den Wortbeiträgen herzustellen, sofern das Ziel ist, dass alle zu Wort kommen. Manche beteiligen sich nie, andere dominieren die Diskussion, wieder andere sind gänzlich unvorbereitet, wenn sie spontan aufgerufen werden, sich zu beteiligen.

Anlass für die Entwicklung meiner erprobten Lehrpraxis war:

  • Bestehendes bzw. strukturelles Problem

Lösung

Vor Beginn der Diskussion wird das geplante Vorgehen erläutert. Es werden Teilnehmende als Vorreiter bestimmt, bspw. jede/r Dritte, die in dieser Gesprächsrunde einen Beitrag leisten sollen. Die Teilnehmenden sitzen nach Möglichkeit so, dass sie einander ansehen können. Die Lehrperson achtet auf den zeitlichen Rahmen, sofern er vorher vereinbart wurde.

Zusammenfassung in einem Satz

Durch die Bestimmung von Vorreitern wird in Gesprächsrunden dafür gesorgt, dass jederzeit klar ist, wer einen Beitrag leisten soll und dass jede/r einmal zu Wort kommt.

Details

Vor Beginn der Diskussion wird das geplante Vorgehen erläutert. Es werden Teilnehmende als Vorreiter bestimmt, bspw. jede/r Dritte, die in dieser Gesprächsrunde einen Beitrag leisten sollen. Die Teilnehmenden sitzen nach Möglichkeit so, dass sie einander ansehen können. Die Lehrperson achtet auf den zeitlichen Rahmen, sofern er vorher vereinbart wurde.

Das Pattern ist erprobt worden in:

  • Seminar
  • Übung

Meine Lösung hat primär damit zu tun:

  • Dass ich als Lehrender mit den Studierenden in Kontakt komme und in Interaktion trete (Feedback, Kommunikation etc.)

Meine erprobte Lehrpraxis steht zur Forschung in folgender Beziehung:

  • Keine

Digitale Medien spielen in meiner Lösung:

  • Keine nennenswerte Rolle, weil es sich primär um Präsenzlehre handelt.

Das Pattern fördert primär:

  • Rezeptive Aktivitäten (dienen dem Lesen, Anschauen, Zuhören)

Kontext

Im Seminar- oder Übungskontext einzusetzen, wenn die Teilnehmerzahl ein Maß übersteigt, bei dem es im gegebenen Zeitrahmen für jede/n möglich wäre, in jeder Runde einen eigenen Beitrag zu leisten (>7). Vorreiter bieten sich besonders dann an, wenn mit der gleichen Gruppe mehrere Diskussionsrunden stattfinden sollen und entsprechend absehbar ist, wie viele Vorreiter für jede Runde bestimmt werden können, sodass im Tages- oder Seminarverlauf jede/r einmal zu Wort kommt.

Das Pattern ist erprobt worden an:

  • Universität

Das Pattern ist in folgender Disziplin (oder mehreren) zu verorten:

  • Explizit interdisziplinäre Bereiche

Die Zielgruppe des Patterns besteht primär aus:

  • Studieninteressierten
  • Studienanfängern
  • Fortgeschrittenen Studierende im Bachelor (oder ersten Studienabschnitt)
  • Studierende am Ende des Masterstudiums (oder zweiten Studienabschnitts)
  • Doktoranden oder Postdocs

Folgen

Durch die systematische Strukturierung der Gesprächsrunde ist jederzeit für alle Teilnehmenden klar, wer wann zu Wort kommt, dass allen ein vergleichbar großer Redeanteil eingeräumt wird und keine/r zu kurz kommt. Enthaltungen, Wiederholungen und/oder zu umfangreichen Wortbeiträgen kann so vorgebeugt werden. Die Situation ist für die Lehrende besser zu bewältigen, da nicht Einzelne gebremst und andere zum Reden aufgefordert werden müssen. Es muss jedoch auf den Zeitrahmen und auf die Fortführung der Methode in der nächsten Runde geachtet werden.

Kräfte

• Zeitkontingent: Der zeitliche Rahmen für die Gesprächsrunden ist begrenzt, deshalb kann nicht jede/r jedes Mal einen ausführlichen Beitrag leisten.
• Gruppendynamik: Wenn der Rahmen gänzlich offengelassen würde, könnten manche das Gespräch dominieren, während andere es ganz vermeiden, etwas zu sagen.
• Gesprächsbarrieren: Scheu und Angst vor dem Sprechen in der Runde sollen durch die klare Strukturierung der Kommunikationssituation niedrig gehalten werden.

Welche widersprüchlichen Anforderungen spielen in Ihrer bewährten Lehrpraxis eine Rolle?

  • Selbst- und Fremdorganisation

Beispiele/ Weiterführende Informationen

Dokumente

Es wurden keine Dokumente hinterlegt.

Weiterführende Literatur

Es wurde keine weiterführende Literatur angegeben.

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