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Open Pattern Tool for Higher Education Research and Practice - PatternPool ISSN 2628-829X

Textverständnis fördern durch Visualisierungen innerhalb von Gruppenarbeiten

In seminaristischen Lehrveranstaltungen erstellen Studierende in Gruppen Schaubilder auf Grundlage von Texten, um zu einem vertieften Textverständnis zu kommen.

Metadaten

  • Autoren/-innen: Hermannsdörfer, Nicole
  • Mentoren/-innen: van den Berk, Ivo
  • DOI: 10.25592/pattern.013
  • ISSN: 2628-829X
  • CC-Lizenz: CC-BY (Bearbeitung erlaubt unter Namensnennung)
  • Zitiervorschlag:
    Hermannsdörfer, Nicole (2019): Textverständnis fördern durch Visualisierungen innerhalb von Gruppenarbeiten. PatternPool. doi: 10.25592/pattern.013.

Problem

Studierende erarbeiten sich Texte oft nur oberflächlich.

Anlass für die Entwicklung meiner erprobten Lehrpraxis war:

  • Akutes Defizit bzw. akuter Konflikt
  • Persönliches professionelles Anliegen

Lösung

Studierende erstellen Schaubilder auf Grundlage von unterschiedlichen, jedoch thematisch verwandten Texten in Gruppen.

Zusammenfassung in einem Satz

Details

1. Die Studierenden schließen sich in Gruppen von drei bis vier Personen zusammen.
2. Die Studierenden lesen unterschiedliche, wissenschaftliche Texte in den jeweiligen Gruppen, ggf. im Selbststudium.
3. Jede Gruppe erhält folgenden Arbeitsauftrag: Erstellen Sie eine Visualisierung, die die Inhalte Ihres Textes kurz und knapp sowie selbsterklärend beschreibt. Hierbei sind unterschiedliche Visualisierungen erlaubt, z. B. Conceptmap, Flussdiagramme, Zeichnungen, kleine Textbausteine (die nicht direkt aus dem Text entnommen werden), u. a.

Die Kriterien für die Erstellung der Visualisierung sind:
- selbsterklärende Darstellung
- Abstraktion
- Reduktion
- Transformation
- Verdeutlichung von Zusammenhängen
4. Sobald alle Visualisierungen erstellt sind, werden diese auf die Gruppen neu verteilt, so dass jede Gruppe eine fremde Visualisierung im Plenum vorstellt.

Das Pattern ist erprobt worden in:

  • Seminar

Meine Lösung hat primär damit zu tun:

  • Studierende methodisch darin zu unterstützen, sich Inhalte (allein oder in der Gruppe) anzueignen, diese zu reflektieren, zu verstehen, anzuwenden, weiterzuentwickeln, selbst zu generieren etc.

Meine erprobte Lehrpraxis steht zur Forschung in folgender Beziehung:

  • Sonstiges

Digitale Medien spielen in meiner Lösung:

  • Keine nennenswerte Rolle (bspw. primär Präsenzlehre).

Das Pattern fördert primär:

  • Rezeptive Aktivitäten (dienen dem Lesen, Anschauen, Zuhören)
  • Produktive Aktivitäten (dienen der Schaffung eigener Inhalte)

Kontext

An der seminaristischen Veranstaltung im Lehramtsstudium (Unterrichtsfach Evangelische Theologie), im Master Interreligiöse Studien und dem Master of Public Theology nehmen 15 bis 20 Personen teil. Das vertiefte Lesen von Texten bezieht sich sowohl auf das Selbststudium als auch und besonders auf die Erarbeitung von Texten in der Veranstaltung.

Das Pattern ist erprobt worden an:

  • Universität

Das Pattern ist in folgender Disziplin (oder mehreren) zu verorten:

  • Geisteswissenschaften
  • Lehrerbildung

Die Zielgruppe des Patterns besteht primär aus:

  • Studienanfängern
  • Fortgeschrittenen Studierenden im Bachelor (oder im ersten Studienabschnitt)
  • Studierenden im Masterstudium (oder im zweiten Studienabschnitt)
  • Sonstiges

Folgen

Vorteile
Der Wechsel der Repräsentationsform sowie das Kriterium der Selbsterklärung machen es nötig ein tieferes Verständnis der Beziehung zwischen den einzelnen Elementen eines Textes herzustellen.
- Studierende erfahren, dass es sich lohnt, Texte gründlich zu lesen
- wahrgenomme Motivationssteigerung durch Auseinandersetzung mit dem Text
- Interpretationskompetenz der Studierenden wird gefördert
- Abgleich des Textverständnisses untereinander nötig
- Interpretation / Diskussion im geschützten Rahmen der Kleingruppe
- die Textstruktur wissenschaftlicher Texte wird bewusst
- Texte werden mit mehreren Sinnen rezipiert

Nachteile
- sehr zeitaufwendig
- es ist schwierig passende Texte zu finden, die weder zu leicht noch zu komplex sind
- es ist schwierig sicherzustellen, dass man die Studierenden nicht überfordert
- Schnelligkeit des Lesens von Texten von Studierenden ist sehr heterogen

Kräfte

Hohe Semesterwochenstundenzahl (Zeit) vs. Verarbeitung von Texten benötigt Zeit
Oberflächliche Rezeption im Alltag vs. vertiefte, genauere Wahrnehmung in wissenschaftlichen Kontexten

Welche widersprüchlichen Anforderungen spielen in Ihrer bewährten Lehrpraxis eine Rolle?

  • Lernen durch Zuhören/Lesen/Zusehen und Lernen durch eigenes Tun
  • Individuelles und soziales Lernen
  • Fachliche und überfachliche Kompetenzentwicklung

Beispiele/ Weiterführende Informationen

Links

  • Es wurden keine Links hinterlegt.

Weiterführende Literatur

Es wurde keine weiterführende Literatur angegeben.

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